Weniger Brustkrebs dank Diabetes-Medikament?

Der Blutzucker-Senker Metformin scheint einen Schutzeffekt zu besitzen. Frauen mit Typ-2-Diabetes, die länger als fünf Jahre den Blutzuckersenker Metformin eingenommen haben, erkranken halb so oft an Brustkrebs wie Diabetikerinnen ohne Meforminbehandlung, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Den Zusammenhang fanden Forscher heraus, die die Daten von 20000 Frauen ausgewertet hatten. Die Gründe für diesen „Schutzeffekt“ sind unklar.

Mehr über die Zuckerkrankheit auf www.apotheken-umschau.de/Diabetes und www.diabetes-ratgeber.net

Das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ 6/2010 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Kontakt: Ruth Pirhalla, pirhalla@wortundbildverlag.de, Tel. 089 / 744 33 123

Diabetes: Therapietreue rauf, Versorgungskosten runter

Ein Drittel der Diabetiker setzt im ersten Behandlungsjahr nur unzureichend das mit dem Arzt vereinbarte Behandlungskonzept um. Diabetiker mit geringer Therapietreue erleben mehr Komplikationen und beanspruchen mehr Ressourcen des Gesundheitssystems, etwa durch vermeidbare Krankenhauseinweisungen oder häufigere Arztbesuche. Eine Steigerung der Therapietreue um 10 Prozent reduziert die Versorgungskosten bei Typ-2-Diabetikern um mindestens 8,6 Prozent. „Apotheker können einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Therapietreue leisten“, so Professor Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Pharmazie des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI).

Die Therapietreue verbessert sich, wenn Arzt, Apotheker und Patient eng zusammenarbeiten. Je häufiger Medikamente und je mehr Wirkstoffe eingenommen werden, desto schlechter ist die Therapietreue. Sie wird grundsätzlich besser, wenn so wenig Präparate und Dosen pro Tag eingesetzt werden wie möglich. Verordnet der Arzt mehrere Wirkstoffe, steigern fixe Kombinationspräparate die Therapietreue. Gleiches gilt, wenn das Präparat nicht geändert wird, etwa wegen wechselnder Rabattverträge. Schulz: „Ideal wäre einmal täglich eine einzige, immer gleiche Tablette. Aber dieser Wunsch ist nicht immer realistisch.“ Wird der Patient aktiv in das Behandlungskonzept einbezogen und seine individuellen Präferenzen berücksichtigt, verbessert dies ebenfalls die Therapietreue. Vor allem bei älteren Patienten birgt die Einnahme vieler verschiedener Medikamente ein hohes Risiko an Neben- und Wechselwirkungen. Spezialisierte Apotheker bieten Diabetikern dazu umfassende Beratungen an.

In Industrienationen beträgt die Therapietreue (Compliance/Adhärenz) bei Langzeittherapien in der Allgemeinbevölkerung im Mittel nur etwa 50 Prozent. Für alle Erkrankungen betrachtet, ist mangelnde Therapietreue für 4 bis 13 Prozent der Krankheitskosten verantwortlich. 6,5 Prozent aller Krankenhauseinweisungen stehen mit ihr in Zusammenhang.

Kontakt: Dr. Ursula Sellerberg, www.abda.de, u.sellerberg@abda.aponet.de, Tel.: 030 40004-134

Welt-Nichtrauchertag am 31.05.2010: Passivrauchen erhöht das Risiko, an Typ 2-Diabetes zu erkranken

Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und des Helmholtz Zentrums München haben einen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und der Erkrankung an Typ 2-Diabetes gefunden. Die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins European Journal of Epidemiology veröffentlichten Ergebnisse basieren auf einer Auswertung von Daten der KORA-Studie (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg). Auch Passivrauchen erhöht das Risiko für Typ 2 Diabetes mellitus. Das ist ein Ergebnis der Nachfolgeuntersuchung des bevölkerungsbezogenen KORA-Surveys unter Leitung von Prof. Dr. H.-Erich Wichmann.  Dass Aktivrauchen zu einem erhöhten Risiko für Typ 2-Diabetes führt, ist bekannt und wurde bereits in verschiedenen epidemiologischen Studien bestätigt. Ob auch Passivrauchen das Diabetesrisiko beeinflusst, war bisher nicht hinreichend untersucht worden.In den Jahren 1999 bis 2001 führten Dr. Christa Meisinger vom Helmholz Zentrum München sowie Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) zusammen mit ihren Kollegen in der Region Augsburg an 1351 Probanden im Alter von 55 bis 74 Jahren orale Zuckerbelastungstests (OGTT) durch. Zum Zeitpunkt der Basisuntersuchung war keiner der Probanden an Diabetes erkrankt. Der OGTT ist der Goldstandard zur Diabetes-Diagnose in epidemiologischen Studien. Wenn der Blutzuckerwert im OGTT nicht mehr normal ist, aber auch die Grenzwerte für Diabetes noch nicht überschreitet, liegt ein Prädiabetes vor.In der Folgeuntersuchung nach sieben Jahren untersuchten die Wissenschaftler an 887 Studienteilnehmern aus der ersten Stichprobe, ob sie einen Typ 2-Diabetes entwickelt hatten. Für die Aktivraucher unter den Studienteilnehmern bestätigten sich die aus der Literatur bekannten Zusammenhänge: Wer zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung aktiv geraucht hatte, wies ein statistisch signifikant erhöhtes Diabetesrisiko auf. Aber auch Passivrauchen hat einen deutlichen Effekt: Nichtraucher, die zum ersten Untersuchungszeitpunkt zu Hause oder am Arbeitsplatz Passivrauch ausgesetzt waren, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Typ 2-Diabetes zu erkranken als Studienteilnehmer, die weder aktiv noch passiv rauchen. In einer weiteren Auswertung bezogen die Wissenschaftler nur Prädiabetiker ein. In dieser Gruppe war das durch Aktiv- und Passivrauchen bedingte Diabetesrisiko im Vergleich zur gesamten Studiengruppe noch einmal deutlich erhöht.Die Ergebnisse verdeutlichen den Wert von Kohortenstudien für die epidemiologische Forschung: Durch die langjährige Beobachtung der Personen lassen sich Erkrankungsrisiken bestimmen und so neue Vorhersage- und Vorsorgemöglichkeiten entwickeln.

Kontakt:
Dr. med. Klaus Jürgen Wiefels, DDZ, klaus.wiefels@ddz.uni-duesseldorf.de, Tel.: 0211/3382308
Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH),presse@helmholtz-muenchen.de, Tel.: 089-3187-3946

Energiegeladenes Früchtchen: Warum Fruktose als Zuckerersatz von zweifelhaftem Wert ist

Fruchtzucker? Klingt süß und gesund. Trotzdem: Produkte, die mit Fruchtzucker (Fruktose) gesüßt sind, dürfen nach der neuen Diätverordnung nicht mehr mit dem Zusatz „für Diabetiker geeignet“ werben. Auch wenn der Körper Fruchtzucker ohne Insulin verwertet, was ihn für Diabetiker interessant macht, ist die „natürliche Süße“ nicht unproblematisch, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Zum einen liefert Fruchzucker genauso viele Kalorien wie herkömmlicher Zucker. Also kein Vorteil für jemanden, der abnehmen möchte. Mit Fruchtzucker gesüßte Softdrinks gelten sogar als eine der Ursachen für die Übergewichts-Epidemie unter amerikanischen Jugendlichen. Zum anderen kann Fructose offenbar die Blutfette ungünstig beeinflussen und eine Leberverfettung fördern – für Diabetiker besonders ungünstig. „Die guten Eigenschaften des Fruchtzuckers wiegen seine möglichen Nachteile nicht auf“, so das Fazit von Dr. Rolf Großklaus vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Infos über für Diabetiker geeignete Süßstoffe unter www.diabetes-ratgeber.net/suessstoffe-A090209MEMAR107644.html

Das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ 5/2010 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Kontakt: Ruth Pirhalla, mailto:pirhalla@wortundbildverlag.de, Tel. 089 / 744 33 123

 

Kurzzeit-Immuntherapie bei Typ 1-Diabetes wirkt langfristig

Eine kurzzeitige Immuntherapie kann bei Patienten mit Typ 1-Diabetes den oft rasanten Rückgang der körpereigenen Insulinproduktion auch langfristig bremsen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Wissenschaftlerteam mit Beteiligung von Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin des vor kurzem neu gegründeten Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München. Insbesondere jüngere Diabetespatienten profitieren von der Therapie.Prof. Dr. Anette Ziegler vom Helmholtz Zentrum München und ihre Kollegen hatten 2005 eine Studie an insgesamt 80 Patienten mit neu aufgetretenem Typ 1-Diabetes begonnen. Die Hälfte der Studienteilnehmer im Alter von 12 bis 39 Jahren erhielt an sechs aufeinander folgenden Tagen eine Immuntherapie mit dem CD3-Antikörper ChAglyCD3. Die Kontrollgruppe wurde mit einem Placebo-Präparat behandelt. Nach 18 Monaten hatte sich bei den mit dem Antikörper behandelten Patienten die körpereigene Insulinproduktion verbessert. Entsprechend war die Menge an zu verabreichendem Insulin deutlich geringer als bei der Kontrollgruppe. Ob die Therapie auch über längere Zeit von Nutzen ist, war bisher unklar.„Die Folgeuntersuchungen bestätigen uns eindeutig, dass der Therapieeffekt auch längerfristig anhält“, sagt Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe hielt sich bei den behandelten Patienten die körpereigene Insulinproduktion über etwa zwei Jahre auf ihrem Anfangsniveau.„Überrascht hat uns auch die klare Altersabhängigkeit des Therapieerfolgs“, so Ziegler weiter. Patienten im Alter von unter 27 Jahren hielten das anfängliche Niveau der körpereigenen Insulinproduktion sogar über drei Jahre lang. Selbst heute, nach vier Jahren, brauchen die mit ChAglyCD3 behandelten Patienten dieser Altersgruppe nur zwei Drittel der täglichen Insulindosis im Vergleich zur entsprechenden Kontrollgruppe.Typ-1-Diabetes zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Das immunologische Geschehen, das der Stoffwechselstörung zu Grunde liegt, basiert auf einer genetischen Disposition und wird durch Umweltfaktoren beeinflusst. Da es bei Typ 1-Diabetes zu einem fast vollständigen Untergang der Insulin produzierenden Zellen kommt, müssen Typ-1-Diabetiker ihre Krankheit immer mit Insulin behandeln.Die vorliegende Studie gibt Anlass zu Hoffnung, da erstmals eine nur wenige Tage andauernde Immuntherapie langfristige Wirkung zeigt. Die im Vergleich zu anderen Immuntherapien kurze Behandlungsdauer reduziert zudem das Risiko für Langzeit-Nebenwirkungen. Vier Jahre sind eine vergleichsweise kurze Beobachtungszeit. Daher müssen nun weitere Untersuchungen folgen, bevor die neue Therapie auch außerhalb von Studien zum Einsatz kommen kann.Kontakt: Sven Winkler, presse@helmholtz-muenchen.de, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Tel.: 089-3187-3946